Das Wunder des Lebens. Jos de Gruyter & Harald Thys

Ausstellung
7/2 2014 — 10/5 2014
Museumsquartier
Kurator*innen Lucas Gehrmann, Nicolaus Schafhausen

Jos de Gruyters und Harald Thys’ Arbeiten widmen sich der Absurdität des Alltäglichen und fordern auch in ihrer ersten Einzelausstellung in Österreich das Publikum zu einer Orientierung zwischen Wahrheit und Fiktion heraus: etwa 400 Zeichnungen, die – so die Künstler – alles zeigen, was wir uns vorstellen können, bestücken eine Formation zahlreicher Raum-Barrikaden. Während die Bilderfolge der Zeichnungen keiner Systematik gehorcht und damit die Dinge dieser Welt als gleichwertig deklariert, ist das System, das sie trägt, streng organisiert. Aus seiner Mitte ragt eine Brunnenskulptur, deren drei von Styroporköpfen aus einer deutschen Geschäftsauslage abgegossenen Gesichter dieses gänzlich farb- und lautlose Szenario weiträumig überblicken. Mit ihrem von schwarzem Humor, kritischer Reflexion und durch eine geradezu banal wirkende Machart geprägten multimedialen Werk lenken die beiden belgischen Künstler die Aufmerksamkeit immer auch auf das subversive Potenzial von Kunst. Als höchst ambivalent erweist sich dieses „Wunder des Lebens“ zudem beim Blick zurück in die Geschichte einer allzu oft verdrängten Zeit.

Begleitend zur Ausstellung wird in der Lounge im Untergeschoss eine Auswahl an Videos von Jos de Gruyter und Harald Thys gezeigt: Ten Weyngaert (2007, 26min), Die Fregatte (2008, 20min), Der Schlamm von Branst (2008, 20min), Das Loch (2010, 27min), Les Énigmes de Saarlouis/Die Rätsel von Saarlouis (2012, 18min), Das Braun von Mechelen (2013, 56min).

Jos de Gruyter (*1965) und Harald Thys (*1966) leben in Brüssel und arbeiten seit Ende der 1980er Jahre zusammen. Ausstellungen 2013 u. a.: Museum van Hedendaagse Kunst / M HKA, Antwerpen; 55. Biennale di Venezia.

Kuratoren: Lucas Gehrmann, Nicolaus Schafhausen

In Kooperation mit dem Museum van Hedendaagse Kunst / M HKA, Antwerpen

Zur Ausstellung ist ein Künstlerbuch im Verlag Sternberg Press erschienen.

Zur Ausstellung haben die Künstler einen Audioguide programmiert.

  
 

PROGRAMM