Genossin Sonne

Kurator*innen: Dr. Inke Arns (Direktorin des HMKV Hartware MedienKunstVerein) und Andrea Popelka (Kunsthalle Wien)

Assistenzkuratorin: Hannah Marynissen

Künstler*innen: Kobby Adi • Kerstin Brätsch • Colectivo Los Ingrávidos • Nicholas Grafia & Mikołaj Sobczak • Sonia Leimer • Maha Maamoun • Wolfgang Mattheuer • Marina Pinsky • Katharina Sieverding • The Atlas Group • The Otolith Group • Huda Takriti • Suzanne Treister • Anton Vidokle • Gwenola Wagon • Hajra Waheed …

Ausstellungsgestaltung: Marlene Oeken & Martha Schwindling

Eine gemeinsame Ausstellung der Kunsthalle Wien und der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien

Bevor der Begriff „Revolution“ im 18. Jahrhundert – unter dem Eindruck der Französischen Revolution – einen „gewaltsamen Umsturz der bestehenden politischen oder sozialen Ordnung“ bezeichnete, wurde er in der Astronomie zur Bezeichnung der Umdrehung der Himmelskörper verwendet.

Diese essayistische Gruppenausstellung widmet sich künstlerischen Arbeiten und Theorien, die den Kosmos und insbesondere die Sonne, der Energielieferant für Leben auf der Erde, mit sozialen und politischen Bewegungen in Verbindung bringen. Vor dem Hintergrund der Dezentrierung des Menschen als historisches Subjekt fragen wir, inwieweit nicht nur die Umwelt auf der Erde, sondern darüber hinaus auch der Kosmos an historischen Prozessen Anteil hat. Gibt es etwa, wie die sowjetischen Kosmisten behaupteten, einen Zusammenhang zwischen erhöhter solarer Aktivität (einer Zunahme der Sonnenflecken und -winde) und irdischen Revolutionen? Und welche spekulativen, lustvollen Überlegungen finden sich dazu in der zeitgenössischen Kunst und Poesie?

Bei den Werken internationaler Künstler*innen liegt ein Schwerpunkt auf dem Bewegtbild – auf Kino, Film und Video als Medien des Lichts. Aber auch in anderen Medien strahlen die Arbeiten hypnotische, fiebrige, glühende, drohende Affekte aus. Die Sonne fungiert insgesamt einerseits als Lebens- und Energiespenderin für politische Kämpfe und andererseits als mahnende Figur, deren schiere Masse und Lebensdauer die Kürze menschlichen Lebens auf dem Planeten Erde deutlich macht. Und auch: Was, wenn sie nie unter- oder wieder aufgeht und die Zeit noch stärker aus den Angeln gehoben wird, als dies bereits der Fall ist?

Das Begleitprogramm folgt einem spezifischen Kalender, der dem Lauf der Sonne folgt, und bindet die Ausstellung an die Wiener Festwochen an.

In Zusammenarbeit präsentiert die Brunnenpassage eine Installation von Huda Takriti im öffentlichen Raum. Mit der neu in Auftrag gegebenen Arbeit In the promise of the rising sun [Im Versprechen der aufgehenden Sonne] vertieft die Künstlerin ihre kritische Reflexion über verschiedene politische und soziale Geschichten und zeigt, wie offizielle und persönliche Erzählungen sowohl miteinander in Konflikt stehen als auch ineinandergreifen.

Jede Eintrittskarte der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien 2024 ermöglicht den ermäßigten Eintritt zur Ausstellung zu € 4.

  
 

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PROGRAMM