Wenn vom Norden Europas die Rede ist, dann prägen meist Gedanken an menschenleere Landschaften, an stille Einzelgänger, an Elfen, Trolle und Waldschraten das Bild. Auch in der Kunst wurden Natur und Mythen lange Zeit nationalromantisch überhöht, bis die Avantgarde der sechziger und siebziger Jahre mit Fluxus, Pop Art und Konzeptkunst einiges durcheinanderwirbelte. In den letzten Jahren hat nicht nur die nordeuropäische Film- und Musikszene sondern auch die bildende Kunst in einen weiteren regelrechten Boom erlebt. Zahlreiche KünstlerInnen haben sich in der internationalen Kunstszene einen Namen gemacht und zu einem differenzierteren Blick auf den Norden Europas beigetragen. Mit der Ausstellung „Norden“ begibt sich die Kunsthalle Wien auf Entdeckungsreise nach Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Anhand von ca. 30 zeitgenössischen künstlerischen Positionen sowie exemplarischen Vorläufern aus den 60er und 70er Jahren bietet die Ausstellung in medial unterschiedlichen Formen – von der Malerei über Installationen, Fotografien und Videos bis zu virtuellen Räumen – einen Einblick in das aktuelle Kunstschaffen des Nordens.
Alle Positionen in der Ausstellung haben eine besondere Story zu erzählen: extrem, schräg, poetisch, unorthodox. Vom „Klang der Landschaft“, wie bei einer Arbeit des Fluxuskünstlers Henning Christiansen bis zu Videos des Musikstars Björk.
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Teilnehmende KünstlerInnen:
Eija-Liisa Ahtila, Elisabet Apelmo, Knut Åsdam, Miriam Bäckström, Margrét H. Blöndal, Elina Brotherus, Henning Christiansen, AK Dolven, Marie-Louise Ekman, Öyvind Fahlström, Hreinn Fridfinnsson, Hulda Hákon, Jussi Kivi, Arthur Köpcke, Joachim Koester, Peter Land, Maria Lindberg, Ann Lislegaard, Esko Männikkö, Kari Mjåtveit, Bjørn Nørgaard, OLO, Seppo & Markus Renvall, Dieter Roth, Egill Sæbjörnsson, Superflex, Jan Svenungsson, Marianna Uutinen, Elin Wikström
Videoprogramm: Elisabet Apelmo, Knut Åsdam, Björk, Elina Brotherus, Maria Finn / Katya Sander, Hildur Jonsdóttir, Peter Land, Cecilia Lundqvist, Søren Martinsen, Fanni Niemi-Junkola, Sofie Persvik, Lilibeth Cuenca Rasmussen, Seppo Renvall, Katya Sander, Egill Sæbjörnsson, Ósk Vilhjálmsdóttir
Kuratorinnen: Sabine Folie und Brigitte Kölle
Ausstellungsarchitektur: Berger + Parkkinen Architekten
Musikprogramm
Arctic Ambient – The Re/birth of the Cool Fast unbemerkt vom Rest der Welt hat sich in den skandinavischen Ländern in den letzten Jahren eine experimentelle Musikszene ausgefaltet, die, abseits von folkloristischen Klischees, eine Click- und Cut-Ästhetik am digitalen Nervenstrang der Gegenwartskunst favorisiert. Improvisation wird zur Kamikaze-Attacke, Techno zu einer subjektiven Klangdeutung, die der Musiker Helge Sten als ´arctic ambient` bezeichnet.