Mary Maggic: Open Source Estrogen

Workshop
15/5 2020 17 Uhr
Online

Wie formieren sich queere Körper auf biomolekularer Ebene? Und inwiefern ist dieses Queering untrennbar mit dem industriellen Kapitalismus verbunden? Gibt es einen Weg aus den Ruinen eines Kapitalismus, der sich durch die Pandemie nur noch verschlimmert hat? Im Spannungsfeld von Körper- und Genderpolitiken sowie ökologischer Toxizität fokussiert dieser Workshop auf das Konzept des „Open-Source-Östrogens“. Es baut darauf auf, dass wir ständig und überall von Hormonmolekülen umgeben sind und diese uns folglich zum Hacken, Mutieren und einem selbstbestimmten Werden zur Verfügung stehen. In diesem sozio-politischen Auslotungsprozess können wir eine „Emanzipation des Hormonmoleküls“ einleiten und dessen molekularen Mythos entzaubern.

Der zweistündige Workshop beginnt mit einem Talk über geschichtliche Hintergründe und Fiktionen zum Hormon und endet mit der praktischen Einweisung in das Protokoll einer Urin-Hormon-Extraktion. Eine Materialliste für alle, die mitmachen wollen, findet ihr hier <3:
http://wlu18www30.webland.ch/wiki/Open_Source_Estrogen#Urine_Hormone_Extraction_Action

http://maggic.ooo/

Die Teilnahme ist kostenlos

Anmeldung und weitere Informationen: rsvp@kunsthallewien.at
Der Workshop findet auf Zoom statt. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie einen Einladungs-Link.
Bitte beachten Sie, dass die Sitzung (teilweise) aufgezeichnet und veröffentlicht wird. Informationen dazu erhalten Sie ebenfalls im Zuge der Registrierung.
Sprache: Englisch

Der Vortrag ist Teil einer Reihe von Online-Gesprächen und Workshops mit Pirate Care Akteur*innen im Rahmen der Ausstellung …von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden.

Pirate Care – das sind kollektive Strategien, um verschiedenen Aspekten der neoliberalen “Krise der Fürsorge”, wie beispielsweise der Kriminalisierung von Migration, der Zurücknahme reproduktiver Rechte oder der Einführung von Arbeitsregimen, aktiv entgegenzutreten. Akteur*innen dieser Praxis helfen Migrant*innen auf See und an Land zu überleben, ermöglichen Schwangerschaftsabbrüche, wo sie illegal sind, bieten gesundheitliche Unterstützung, wo Institutionen versagen, schaffen Zugang zu Wissen, wo dieser beschränkt wird. Das in der Ausstellung … von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden vertretene Projekt „Pirate Care” kartographiert diese Praxen der Kollektivierung von Sorgearbeit und vernetzt Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Fachleute. Sie alle eint die Bereitschaft, Gesetze und Bestimmungen zu übertreten, wenn diese Schutz und Solidarität entgegenstehen.

Ursprünglich waren die Workshops als „Aktivierungen” eines seit 2019 laufenden, kollektiven Lernprozesses geplant, im Zuge dessen das situierte Wissen der genannten Initiativen u.a. in einen gemeinschaftlich verfassten Syllabus zusammengetragen wird. Eine erste work-in-progress-Fassung des Syllabus wurde am 8. März 2020 anlässlich der Eröffnung von … von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden in der Kunsthalle Wien veröffentlicht. Jetzt, nach dem Ausbruch der SARS-CoV-2-Pandemie, werden die öffentlichen Aktivierungen in den digitalen Raum verlagert. Zusätzlich wurde eine kollektive Notizen-Sammlung initiiert, um zu dokumentieren, wie sich Fürsorge und Solidarität in Reaktion auf die Krise organisieren.

Mehr Informationen zum Pirate Care Syllabus, und zum Syllabus Kapitel “Flatten the Curve, Grow the Care”: Was lernen wir von Covid-19.

Weitere Termine:
14/5 2020, 19–20 Uhr | Talk: Pirate Care – mit Valeria Graziano, Marcell Mars und Tomislav Medak
19/5 2020, 19–20 Uhr | Talk: Sea-Watch – mit Chris Gorodtzki und Morana Miljanović
22/5 2020, 17–19:30 Uhr (mit Pause) | Workshop: „The Hologram. Collective Health as a ‚Beautiful Art Work’“ – mit Cassie Thornton