Führung mit Ana Hoffner ex-Prvulovic*, Belinda Kazeem-Kamiński und Anne Faucheret

Führung
3/2 2022 18 Uhr
Museumsquartier

Die Künstlerinnen Ana Hoffner ex-Prvulovic* und Belinda Kazeem-Kamiński führen gemeinsam mit Kuratorin Anne Faucheret durch ihre* Ausstellungen in der Kunsthalle Wien Museumsquartier.

Anmeldung: besucherservice@kunsthallewien.at oder an der Kassa im Museumsquartier.

Die freie Donnerstagnacht: Jeden Donnerstag ist der Eintritt frei von 17 bis 21 Uhr.

Wir bitten um Beachtung der aktuellen Hygienemaßnahmen und Regeln der Kunsthalle Wien, um Eure Gesundheit und die unserer Mitarbeiter*innen zu schützen.

Die Werke von Ana Hoffner ex-Prvulovic* sind multimediale Installationen, die Film, Fotografie, Objekte und Text miteinander verbinden. Die Künstlerin* beschäftigt sich eingehend mit der Fabrikation von Geschichte, Erinnerung und Subjektivität, wobei sie* unterstreicht, dass bei diesen Prozessen das Unbewusste am Werk ist. In der Ausstellung erzählt die Künstlerin* Geschichten von Queerness als Überlebensstrategie, von non-alignment als Ethik (und nicht nur als Geopolitik) und von Familie als Raum für selbstgewählte Verwandtschaft. Sie* inszeniert Momente der Subversion, der Krise und des Widerstands und versucht so herauszufinden, wie ein zeitgenössisches Subjekt verborgene Geschichten ausgraben und sich aneignen kann, um kulturellen, gesellschaftlichen und psychologischen Zuschreibungen zu entkommen. Die Künstlerin* hinterfragt zudem in einer selbstreflexiven Bewegung, inwiefern das Kunstfeld in der Lage ist, minoritäre Alternativen und unangepasste Denkweisen zu begrüßen, zu fördern und für sie einzustehen.

* an der Schnittstelle jener, die 1980 in Paraćin (Jugoslawien) geboren wurden, die 1989 versetzt wurden und 2002 die kapitalistische Staatsbürgerschaft (Österreich) mit neuem Namen erhielten.

Belinda Kazeem-Kamiński schafft in ihren Arbeiten – seien es Fotoserien, Filme oder Installationen –  Raum für Begegnungen, Gespräche und gelegentlich auch Auseinandersetzungen zwischen ihr und dem Publikum, vor allem jedoch zwischen ihr und den Menschen, die ihre Arbeiten, ihre Erinnerungen und ihre Vorstellungen beleben: jene, die zum Verschwinden gebracht wurden und die verstorben sind, jene, die hier sind, und jene, die kommen werden. Sie unterzieht Blickregimes einer kritischen Untersuchung und dekodiert den rassistischen kulturellen Apparat, der dem fortdauernden System der Unterjochung und Ausbeutung Schwarzer Leben zugrunde liegt; gleichzeitig überwindet sie die Gewalt, die in Archiven, in Museen und in Büchern enthalten ist, indem sie Wege des gegenseitigen Austauschs, der Fürsorge und des Imaginierens erschließt.

Die Künstlerin verknüpft kritische Schwarze feministische Theorie, konzeptuelle visuelle Strategien und fiktionale Narration (ein­schließlich Science-Fiction), und erforscht verschiedene Methoden, um über Zeiten und Räume hinweg zu kommunizieren. Belinda Kazeem-Kamińskis Kunstwerke widmen sich zudem ernsthaft einer politischen Aufgabe: Bedingungen zu stellen und die – realen und imaginierten – Räume zu schaffen, um die Vergangenheit zu bearbeiten, die Zukunft zu erfinden und die Gegenwart in ihrem jetzigen Zustand aufzulösen.

 

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